Irakische Armee verkündet „Befreiung“ des Ostteils von Mossul


Irak, Syrien, Libyen – in diesen Ländern wütet die Terrormiliz „Islamischer Staat“ besonders brutal. Die Anti-IS-Koalition hat ihre Angriffe gegen den IS intensiviert. Deutschland beteiligt sich auch: mit Aufklärungsflugzeugen und Soldaten.

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Irakische Armee verkündet „Befreiung“ des gesamten Ostteils von Mossul

14.20 Uhr: Drei Monate nach dem Beginn der Offensive auf Mossul haben die irakischen Regierungstruppen nach eigenen Angaben den gesamten Ostteil der Stadt von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert. General Talib al-Scheghati, der die Eliteeinheiten der Anti-Terror-Truppe CTS kommandiert, verkündete am Mittwoch im nahegelegenen Bartalla die „Befreiung“ der Stadtviertel am Ostufer des Tigris. Damit kontrolliert der IS jetzt nur noch den Westteil Mossuls.

Die IS-Dschihadisten hatten 2014 weite Teile des Irak erobert. Im Juni 2014, kurz nach der Eroberung von Mossul durch den IS, hatte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi dort in einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte das „Kalifat“ des IS in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen.

In den vergangenen Monaten eroberten die irakische Armee und kurdische Einheiten viele Gebiete zurück, mittlerweile ist Mossul die letzte große Stadt im Irak, die noch teilweise vom IS gehalten wird. Die Offensive auf Mossul, die am 17. Oktober begann, wird von der US-geführten Anti-IS-Koalition durch Luftangriffe unterstützt. Auch kurdische Peschmerga-Einheiten sind beteiligt. Der Fluss Tigris trennt die Stadt in einen östlichen und einen westlichen Teil. Der westliche Teil von Mossul ist kleiner, aber dichter besiedelt.

Save the Children beklagt Not in belagerten Gebieten Syriens

11.32 Uhr: Die Kinderrechtsorganisation Save the Children beklagt die Not von Hunderttausenden Syrern in besetzten Gebieten. Nach dem Ende der Belagerung von Ost-Aleppo lebten laut den Vereinten Nationen weiterhin etwa 700.000 Menschen, davon rund 300.000 Kinder, in besetzten Gebieten, teilte die Kinderrechtsorganisation am Mittwoch in Berlin mit. Durch den Wintereinbruch hätten sich die Bedingungen drastisch verschärft.

Save the Children appellierte an die Kriegsparteien sowie die internationale Gemeinschaft, Kinder und Familien, die seit Monaten von Versorgung und medizinischer Hilfe abgeschnitten seien, bevorzugt zu behandeln. Die Konfliktparteien müssten sicherstellen, dass Hilfskonvois durchkämen und nicht über verzögernde Genehmigungsverfahren gestoppt würden.

Anti-IS-Koalition fliegt Luftangriffe nahe Al-Bab zur Unterstützung der Türkei

08.45 Uhr: Die internationale Anti-IS-Militärkoalition hat in den vergangenen Tagen mehrfach Luftangriffe zur Unterstützung der türkischen Truppen in der Nähe der nordsyrischen Stadt Al-Bab geflogen. In „Zusammenarbeit mit der Türkei“ seien Ziele nahe Al-Bab identifiziert und angegriffen worden, sagte ein Sprecher der US-geführten Koalition, John Dorrian, am Dienstag. Es sei „im beiderseitigen Interesse“ gewesen, diese Ziele zu zerstören.

Den Angaben des Sprechers zufolge gab es in den vergangenen Tagen in der Region um Al-Bab in Nordsyrien insgesamt vier Luftangriffe. Ziele waren demnach unter anderem Fahrzeuge und eine taktische Einheit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Al-Bab ist eine Hochburg der Extremisten. Die Türkei bekämpft den IS in Syrien seit August, die Rückeroberung von Al-Bab gestaltet sich aber als schwierig.

Die Türkei hatte die USA in den vergangenen Wochen immer wieder um mehr Unterstützung in Al-Bab gebeten. Bislang beschränkte sich die Hilfe aber auf Aufklärungs- und Überwachungsflüge. Die USA sind in der schwierigen Position, dass sie zwar Ankara im Kampf gegen den IS helfen, jedoch verhindern wollen, dass die türkischen Truppen kurdische Kämpfer in der Region angreifen. Diese kämpfen dort ebenfalls gegen den IS.

Unterdessen wurden nach Angaben von Aktivisten bei einer Explosion in einem Tunnel nahe Damaskus ein General und acht weitere syrische Soldaten getötet. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, hatten Rebellenkämpfer am Dienstagabend Sprengsätze in dem Tunnel in Harasta nordöstlich der syrischen Hauptstadt platziert. Daraufhin stürzte ein Gebäude ein, in dem sich die Streitkräfte versammelt hatten.

Der Beobachtungsstelle zufolge gab es auch mehrere Verletzte, außerdem wurden nach der Explosion noch 15 Menschen vermisst. Deshalb könne die Opferzahl noch steigen, hieß es. Die staatlichen syrischen Medien berichteten zunächst nicht über die Explosion. Harasta liegt in Ost-Ghuta, einer Region, die lange von den Aufständischen kontrolliert wurde. In den vergangenen Wochen gelangen den Regierungstruppen aber große Geländegewinne in dem Gebiet.

US-Militär: Irakische Offensive auf IS-Hochburg Mossul kommt schneller voran

Mittwoch, 18. Januar, 04.25 Uhr: Die Offensive der irakischen Regierungskräfte gegen die IS-Hochburg Mossul kommt nach Einschätzung des US-Militärs deutlich schneller voran als noch zu Beginn der Operation. Das Ostufer der nordirakischen Millionenstadt sei bereits zu rund 90 Prozent unter Kontrolle der Angreifer und werde „sehr, sehr bald“ vollständig befreit sein, sagte der Sprecher des US-Militärs in Bagdad, John Dorrian, der Deutschen Presse-Agentur.

Luftangriffe der US-geführten internationalen Koalition hätten zudem die finanziellen Ressourcen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getroffen. „Wir haben auch ihre Fähigkeit zerstört, durch den Verkauf von Öl Geld zu machen“, erklärte Dorrian. „Wir bringen sie jeden Monat um Millionen Dollar an Einnahmen.“

Die irakische Armee und mit ihnen verbündete Milizen hatten die Offensive auf Mossul Mitte Oktober begonnen. Die Großstadt ist die letzte Bastion des IS im Irak. Iraks Regierungsstreitkräfte stießen in Mossul auf starken Widerstand und hätten einige schwere Verluste erlitten, sagte Dorrian. Doch seit einer Umgruppierung der Truppen im Dezember hätten die Regierungskräfte schnelle Fortschritte erzielt.